Die Schweizer Exportwirtschaft bleibt unter Druck. Im vierten Quartal 2025 haben die Firmen nochmals 4 Prozent weniger Güter exportiert als im Vorquartal, das bereits einen deutlichen Rückgang verzeichnet hatte. Getrieben ist diese Entwicklung vor allem durch die hohen US-Zölle sowie den anhaltenden Wirtschaftsabschwung in Deutschland. Da der Aussenhandel rund 40 Prozent der Schweizer Wertschöpfung ausmacht, dürfte die Gesamtwirtschaft zu Jahresende erneut einen kräftigen Dämpfer erhalten haben. Die Folgen zeigen sich in einem leichten Anstieg der Arbeitslosenquote. Die zuletzt spürbare Aufwertung des Frankens erschwert die Lage zusätzlich und könnte die Schweizerische Nationalbank (SNB) unter Druck setzen, wieder kräftiger am Devisenmarkt zu intervenieren oder erneut Negativzinsen einzuführen. Positiv ist, dass die Binnenwirtschaft bislang robust bleibt.
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Wirtschaft: Hoffnung auf Bodenbildung
Im Januar haben sich die Stimmungswerte der Industrieunternehmen weltweit etwas verbessert. Zwar rechnen Unternehmen in vielen Ländern weiterhin mit einer abnehmenden Geschäftstätigkeit, doch verlangsamt sich dieser Rückgang zunehmend. Zusammen mit ermutigenden Produktionszahlen deutet dies darauf hin, dass der globale Industriesektor allmählich einen Boden findet. Eine solche Stabilisierung wäre gerade für die Schweizer Wirtschaft dringend nötig. Diese leidet stark unter den schwierigen Rahmenbedingungen für die exportorientierte Industrie, deren Auswirkungen nun auch am Arbeitsmarkt sichtbar werden.
Wachstum, Stimmung und Trend
In Prozent
In den USA hat sich die Stimmung der Industrieunternehmen zu Jahresbeginn spürbar aufgehellt. Die Unternehmen gehen erstmals seit einem Jahr wieder von einer zunehmenden Geschäftstätigkeit aus. Dahinter dürfte eine leichte Substitution weg von ausländischen Gütern hin zu heimischer Produktion stehen, wie die rückläufigen Importzahlen nahelegen. Damit wird die auf die Unterstützung der heimischen Industrie ausgerichtete US-Politik erstmals dort sichtbar, wo sie auch beabsichtigt war. Die Nebenwirkungen höherer Produktionskosten dürften sich jedoch in tieferen Unternehmensmargen oder höherer Inflation zeigen. Trotz dieser Aufhellung bleibt das wirtschaftliche Umfeld schwierig. Die Bauaktivität ist weiter äusserst schwach und im Konsum nehmen die Fragezeichen zu, weil die Einkommen seit längerem deutlich hinter der Ausgabenentwicklung zurückbleiben.
Wachstum, Stimmung und Trend
In Prozent
Die Wirtschaft des gesamten Währungsraums hat im vierten Quartal erneut um 0,3 Prozent zugelegt, das Jahreswachstum liegt damit bei 1,3 Prozent. Einen wichtigen Beitrag leistet seit längerem Spanien, dessen Wirtschaftsleistung auch im vierten Quartal mit 0,8 Prozent kräftig gestiegen ist. Auch Deutschland zeigt erste Erholungszeichen. Nach mehreren schwachen Quartalen hat die grösste Volkswirtschaft der Eurozone um 0,3 Prozent zugelegt und damit ein Jahreswachstum von 0,4 Prozent erreicht. Bereinigt um Deutschland läge die Expansion der Eurozone nahe am langfristigen Trend. Zudem dürften die massiven Fiskalprogramme in Deutschland und der gesamten Eurozone allmählich Wirkung entfalten, was die wirtschaftliche Entwicklung weiter stützen sollte.
Wachstum, Stimmung und Trend
In Prozent
Der Abschwung in China, der mit Abstand grössten Volkswirtschaft unter den Schwellenländern, hat sich zuletzt weiter verstärkt. Die Einzelhandelsumsätze wachsen mittlerweile nur noch um 0,9 Prozent und die Investitionen in Bau und Anlagen liegen gar um 3,8 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Bedenkt man, dass diese Investitionen rund einen Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung ausmachen, sind die von der chinesischen Regierung ausgewiesenen Wachstumszahlen der Gesamtwirtschaft von 4,5 Prozent vor allem als politische Zielgrösse zu interpretieren und weniger als Abbild der tatsächlichen Wirtschaftstätigkeit. Einen leichten Rückschlag musste zuletzt auch Indien, die zweitgrösste Schwellenländerwirtschaft, hinnehmen. Die Stimmungswerte der Unternehmen haben sich zwar signifikant abgeschwächt, bleiben aber auf hohem Niveau und zeigen weiterhin hohes Wachstum an.
Wachstum, Stimmung und Trend
In Prozent
Globale Konjunkturdaten
| Indikatoren | Schweiz | USA | Eurozone | GB | Japan | Indien | Brasilien | China |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Indikatoren BIP J/J 2025Q4 |
Schweiz k.A. |
USA k.A. |
Eurozone 1,3% |
GB 1,0% |
Japan k.A. |
Indien k.A. |
Brasilien k.A. |
China 4,5% |
| Indikatoren BIP J/J 2025Q3 |
Schweiz 0,5% |
USA 2,3% |
Eurozone 1,4% |
GB 1,2% |
Japan 0,7% |
Indien 8,2% |
Brasilien 1,8% |
China 4,8% |
| Indikatoren Konjunkturklima |
Schweiz + |
USA = |
Eurozone – |
GB = |
Japan + |
Indien – |
Brasilien – |
China - |
| Indikatoren Trendwachstum |
Schweiz 1,2% |
USA 1,7% |
Eurozone 0,8% |
GB 1,8% |
Japan 1,1% |
Indien 5,3% |
Brasilien 1,9% |
China 3,6% |
| Indikatoren Inflation |
Schweiz 0,1% |
USA 2,4% |
Eurozone 1,7% |
GB 3,0% |
Japan 1,5% |
Indien 2,8% |
Brasilien 4,4% |
China 0,2% |
| Indikatoren Leitzinsen |
Schweiz 0,0% |
USA 3,75% |
Eurozone 2,15% |
GB 3,75% |
Japan 0,75% |
Indien 5,25% |
Brasilien 15,0% |
China 3,0% |
Quelle: Bloomberg