Wirtschaft: Schweizer Wirtschaft nimmt an Fahrt auf

Nach einem schwierigen Jahr 2025 hat sich die Schweizer Wirtschaft zuletzt etwas erholt. Damit gehört sie, zusammen mit Japan, zu den wenigen Volkswirtschaften mit einer klaren Aufwärtstendenz. In den USA zeigt sich das Bild zunehmend zweigeteilt, in der Eurozone geht die Konjunkturschwäche vorerst weiter und China steckt weiterhin in der Krise. Das globale Konjunkturumfeld bleibt damit herausfordernd, zumal die Inflation in vielen Volkswirtschaften nach wie vor zu hoch ist.

Die Schweizer Wirtschaft scheint nach einem herausfordernden Jahr 2025 allmählich wieder Tritt zu fassen. In den ersten Monaten des Jahres 2026 hat sie wieder etwas an Fahrt gewonnen, was sich auch in der Stimmung der Industrie- und Dienstleistungsunternehmen zeigt, die wieder von einer ansteigenden Geschäftstätigkeit ausgehen. Auch die Konsumtätigkeit hat zuletzt wieder etwas angezogen, wobei die Schweizer Bevölkerung angesichts der geopolitischen Spannungen und des schwierigen Konjunkturumfelds insgesamt vorsichtig bleibt. Hilfreich dürfte für die Konsumtätigkeit auch sein, dass die Inflation in der Schweiz im internationalen Vergleich aussergewöhnlich tief ausfällt: Trotz höherer Energiepreise liegt die Teuerung aktuell bei lediglich 0,5 Prozent. Das gibt der Schweizerischen Nationalbank (SNB) den Spielraum, mit ihrer Geldpolitik weiterhin unterstützend zu wirken.

Wachstum, Stimmung und Trend

In Prozent

Die Grafik zeigt das tatsächliche Jahreswachstum des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) seit 1995, dessen langfristigen Trend und einen vorlaufenden Konjunkturklimaindikator. Der vorlaufende Indikator deutet daraufhin, dass die Wachstumsdynamik zuletzt wieder zugenommen hat, aber unterdurchschnittlich bleibt.
Quelle: Bloomberg

Das Konjunkturbild in der grössten Volkswirtschaft bleibt uneinheitlich. Die amerikanischen Unternehmen sind weiterhin positiv gestimmt, was die Investitionstätigkeit stützt und zur Stabilisierung am Arbeitsmarkt beigetragen hat. Seit Jahresbeginn sind wieder vermehrt Stellen entstanden, nachdem die Beschäftigung gegen Ende des vergangenen Jahres noch rückläufig war. Die Konsument:innen bleiben dagegen äusserst pessimistisch, was angesichts des Inflationsanstiegs, der seit Jahresbeginn das Einkommenswachstum deutlich übersteigt, nicht überraschend ist. Zudem hat sich die Schwäche im Bausektor akzentuiert. Insgesamt bleibt die Wachstumsdynamik damit verhalten. Vor diesem Hintergrund bleibt die Aufgabe für die amerikanische Notenbank (Fed) äusserst anspruchsvoll, liegt die Inflationsrate doch gleichzeitig bei über 4 Prozent.

Wachstum, Stimmung und Trend

In Prozent

Die Abbildung zeigt das Wachstum des realen amerikanischen BIP und dessen langfristigen Trend sowie einen vorlaufenden Konjunkturklimaindikator seit Mitte der 1990er-Jahre. Der vorlaufende Indikator deutet darauf hin, dass das Wirtschaftswachstumstempo der USA auf das langfristige Trendniveau zurückfällt.
Quelle: Bloomberg

Die Konjunktur in der Eurozone bleibt vorerst gedämpft. Vor allem im Dienstleistungssektor ist eine gewisse Nachfrageschwäche auszumachen, was die anhaltende Zurückhaltung und pessimistische Stimmung der Konsument:innen widerspiegelt. Zudem hemmt der stockende Aussenhandel die wirtschaftliche Entwicklung. Immerhin sind die Industrieunternehmen zuletzt wieder etwas optimistischer geworden und berichten von ansteigenden Auftragseingängen. Auch die Inflation hat sich zuletzt stabilisiert: Die Gesamtrate ist von 3,2 Prozent im Mai auf 2,8 Prozent im Juni gesunken. Das hängt primär mit dem tieferen Ölpreis zusammen, aber auch im Dienstleistungssektor steigen die Preise angesichts der schwachen Konjunktur nicht mehr so stark. Damit hat sich der Handlungsdruck auf die Europäische Zentralbank (EZB), die im Juni ihren Leitzins noch um 0,25 Prozentpunkte erhöht hatte, wieder etwas entspannt.

Wachstum, Stimmung und Trend

In Prozent

Die Darstellung zeigt das Wachstum des realen BIP, dessen Trend und ein vorlaufendes Konjunkturklima für die Eurozone seit 1995. Der vorlaufende Indikator deutet auf ein Wirtschaftswachstum hin, das unter dem langfristigen Durchschnitt bleibt.
Quelle: Bloomberg

Die grossen Schwellenländer Asiens sind aufgrund des hohen Handelsvolumens mit der Golfregion besonders exponiert gegenüber dem weiterhin brodelnden Konflikt im Iran. Die damit verbundenen Einschränkungen in der Strasse von Hormus konnten trotz mehrfacher Bemühungen um eine Waffenruhe und Verhandlungen über ein Friedensabkommen bislang nicht nachhaltig gelöst werden. Gleichwohl hält sich die Konjunktur in vielen Volkswirtschaften solide, auch weil Länder wie Südkorea und Taiwan stark von der hohen Nachfrage nach Computerchips profitieren, zu deren Wertschöpfungskette sie wesentlich beitragen. Ein anderes Bild zeigt sich nach wie vor in China: Die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt kämpft weiterhin mit massiven wirtschaftlichen Problemen. Die Investitionen liegen mittlerweile deutlich unter dem Vorjahresniveau, und auch die Konsumtätigkeit ist tiefer als letztes Jahr.

Wachstum, Stimmung und Trend

In Prozent

Diese Grafik zeigt das durchschnittliche reale BIP-Wachstum ausgewählter Schwellenländer, dessen Trend und ein vorlaufendes Konjunkturklima seit 1995. Der vorlaufende Indikator deutet darauf hin, dass die Wirtschaft in naher Zukunft mit Trendwerten mit zwischen 4 und 5 Prozent wachsen wird.
Quelle: Bloomberg

Globale Konjunkturdaten

IndikatorenSchweizUSAEurozoneGBJapanIndienBrasilienChina
Indikatoren
BIP J/J 2026Q1
Schweiz
0,5%
USA
2,7%
Eurozone
0,3%
GB
0,9%
Japan
0,4%
Indien
7,8%
Brasilien
1,8%
China
5,0%
Indikatoren
BIP J/J 2025Q4
Schweiz
1,0%
USA
2,0%
Eurozone
1,2%
GB
0,9%
Japan
0,3%
Indien
8,0%
Brasilien
1,8%
China
4,5%
Indikatoren
Konjunkturklima
Schweiz
+
USA
Eurozone
=
GB
=
Japan
+
Indien
Brasilien
China
=
Indikatoren
Trendwachstum
Schweiz
1,2%
USA
1,7%
Eurozone
0,8%
GB
1,8%
Japan
1,1%
Indien
5,3%
Brasilien
2,1%
China
3,6%
Indikatoren
Inflation
Schweiz
0,5%
USA
3,52%
Eurozone
2,8%
GB
2,8%
Japan
1,5%
Indien
4,4%
Brasilien
4,7%
China
1,0%
Indikatoren
Leitzinsen
Schweiz
0,0%
USA
3,75%
Eurozone
2.4% 
GB
3,75%
Japan
1,00%
Indien
5,25%
Brasilien
14,25%
China
3,0%

Quelle: Bloomberg

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