Neobanken ersetzen traditionelle Banken nicht
Trotz der Vorteile der Neobanken haben traditionelle Banken nicht ausgedient. Einerseits deckt sich das Produktangebot der Neobanken noch nicht vollständig mit demjenigen von traditionellen Banken: Produkte zur Vorsorge 3a oder Vorsorgefonds, Krediten oder Hypotheken sind erst teilweise verfügbar. Andererseits steht Neobank-Kund:innen keine Beratung vor Ort zur Verfügung; die persönliche Betreuung bei komplexeren Bankengeschäften wie beim Geld Anlegen oder der Aufnahme einer Hypothek entfällt. Bei ausländischen Onlinebanken stellen sich zudem Fragen zur Sicherheit: Wie ist der Datenschutz geregelt? Gibt es eine Einlagensicherung im Falle eines Bank-Konkurses?
Der Erfolg der Neobanken hat die traditionellen Banken jedoch auch wachgerüttelt. Sie haben erkannt: Kund:innen wollen schnellen, ortsunabhängigen und digitalen Service nutzen. Die etablierten Banken springen auf den Zug auf, lassen sich den Kuchen nicht wegnehmen und bieten inzwischen ähnliche digitale Lösungen an. So lancierte zum Beispiel PostFinance zusammen mit Swissquote die digitale Finanz-App Yuh, die Lenzburger Hypothekarbank arbeitet mit dem Fintech-Startup Neon zusammen und die Bank Cler ist mit der App «Zak» seit längerer Zeit schon am Markt präsent.
Gewinner sind die Kund:innen der traditionellen Banken: Sie profitieren von den technologischen Fortschritten, welche die Neobanken angestossen haben, sowie der Sicherheit eines bewährten Finanzinstituts. Die Entwicklung ist aber längst nicht abgeschlossen. Neue in- und ausländische Neobanken werden dazu kommen, andere verschwinden. Welcher Player sich durchsetzt, entscheiden letzten Endes die Kund:innen.