Asset Allocation: Vermögen strukturiert anlegen

03.04.2025

Wie lege ich mein Vermögen am besten an? Diese Frage haben Sie sich bestimmt auch schon gestellt. Die richtige Asset Allocation (Asset Allokation) ist dabei einer der wichtigsten Faktoren einer optimalen Anlagestrategie. Wir erklären, wie sich Asset Allocation von Diversifikation unterscheidet und was Sie dabei beachten sollten.

In Kürze

  • Asset Allocation bezeichnet die Verteilung von Vermögenswerten (z.B. Aktien, Anleihen, Immobilien) auf verschiedene Anlageklassen, um mögliche Renditen zu maximieren und Risiken zu steuern.
  • Es gibt zwei Hauptstrategien: Strategische Asset Allocation (langfristig mit festgelegten Gewichtungen) und taktische Asset Allocation (kurzfristige Anpassungen basierend auf Marktentwicklungen).
  • Diversifikation dient dazu, mögliche Risiken zu minimieren, indem in verschiedene Anlageklassen mit niedriger Korrelation investiert wird.
  • Die optimale Asset Allocation hängt u.a. von individuellen Zielen, Risikobereitschaft, Risikofähigkeit und Anlagehorizont ab – es gibt keine universelle Lösung.

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Was bedeutet Asset Allocation?

Asset ist Englisch und bedeutet Vermögenswert. Vermögenswerte sind einzelne Finanzinstrumente oder Sachwerte, in die man investieren kann. Ein Vermögenswert kann beispielsweise eine Aktie, eine Immobilie oder auch ein Kunstwerk oder ein Sammlerstück sein. Im Anlegen-Kontext werden Vermögenswerte, die ein ähnliches Risiko-zu-Rendite-Verhältnis haben, einer Asset- bzw. Anlageklasse zugeordnet.

Die bekanntesten Anlageklassen sind:

Mit Asset Allocation ist demzufolge die systematische Aufteilung eines Anlageportfolios auf verschiedene Anlageklassen gemeint. Ziel ist, das Portfolio so zu optimieren, dass Rendite und Risiken ausgewogen sind.

Aber auch innerhalb dieser klassischen oder Kern-Assetklassen kann das Vermögen verteilt bzw. unterschiedlich alloziert werden. Beispielsweise auf Schweizer Obligationen, ausländische Obligationen, die gegenüber dem Schweizer Franken abgesichert sind, und ausländische Obligationen in der entsprechenden Fremdwährung.

Bei Aktien ist vor allem die Aufteilung nach Geografie und oder Branche bekannt. Ein Beispiel dafür sind Fonds mit dem Fokus «Heimmarkt Schweiz», die eine eigene Kategorie innerhalb der Aktienklasse bilden. Assetklassen können sich auch nach Marktkapitalisierung, sprich Large-, Mid- und Smallcaps, unterscheiden.

Optimierung des Anlageportfolios: Die Rolle von Diversifikation, Asset Allocation und Korrelation

Sowohl Asset Allocation als auch Diversifikation sind entscheidende Faktoren für die Ausgestaltung einer Anlagestrategie. Sie beeinflussen sich zwar gegenseitig, haben aber unterschiedliche Bedeutungen:

Bei der Asset Allocation geht es darum, sein Vermögen in unterschiedliche Anlageklassen aufzuteilen, also z.B. in Immobilien, Aktien, Anleihen. Wer das tut, handelt diversifiziert, wendet also das Kernprinzip der Diversifikation an.

  • Diversifikation ist ein Kernprinzip, das innerhalb der Asset Allocation angewendet wird.
  • Beide Konzepte nutzen die Korrelation zwischen verschiedenen Assets, um das Risiko-Rendite-Verhältnis zu optimieren.
  • Diversifikation zielt primär auf Risikoreduktion ab.
  • Asset Allocation strebt ein optimales Verhältnis von Risiko und Rendite an.
  • Beide Konzepte werden dafür eingesetzt, die Gesamtperformance des Portfolios zu verbessern.

Die Korrelation zwischen zwei Anlagen kann zwischen –1 und +1 liegen. Dabei beschreibt +1 eine stets gleichlaufende Entwicklung, –1 eine gegenläufige Entwicklung von zwei verschiedenen Investitionen. Eine Korrelation von 0 bedeutet eine komplett unabhängige Entwicklung. Je niedriger die Korrelation zwischen zwei Anlagen ist, desto mehr sind sie für die Diversifikation geeignet.

Ein Beispiel dafür sind Aktien und Gold. Wenn Aktien in Krisenzeiten an Wert verlieren, steigt Gold tendenziell im Wert, da es als sichere Währung gilt. Eine solche negative Korrelation wäre für ein ausgewogenes Portfolio beispielsweise vorteilhaft.

Ideal ist es also, wenn die einzelnen Anlagen aufeinander abgestimmt sind und sich ergänzen. Und zwar indem sie auf sich verändernde Marktbedingungen unterschiedlich reagieren, dabei aber eine insgesamt positive Performance erzielen.

Strategische oder taktische Asset Allocation?

Bei der Asset Allocation unterscheidet man grundsätzlich zwischen strategischer und taktischer Asset Allocation.

Strategische Asset Allocation

Die strategische Asset Allocation verfolgt einen langfristigen Ansatz. Hierbei wird das Portfolio auf Basis festgelegter Gewichtungen zusammengestellt und nur in geringem Masse angepasst.

Eine strategische Asset Allocation könnte zum Beispiel wie folgt aussehen und zu einem Viertel aus Fremdwährungen bestehen:

  • 45 Prozent Aktien
  • 35 Prozent Obligationen
  • 10 Prozent Geldmarkt
  • 10 Prozent Immobilien

Diese Verteilung bleibt möglichst über längere Zeiträume bestehen, um eine nachhaltige Entwicklung des Portfolios zu gewährleisten. Das Ziel: Ein Portfolio mit Vermögenswerten, das langfristig genau auf Ihre Wünsche und Bedürfnisse ausgerichtet ist.

Steigen dann die Börsenkurse am Aktienmarkt, kann im Rahmen einer taktischen Asset Allocation der Aktienanteil vorübergehend erhöht werden.

Taktische Asset Allocation

Im Gegensatz zur strategischen steht die taktische oder dynamische Asset Allocation, die eine kurzfristige Anpassung des Portfolios ermöglicht. Hierbei werden einzelne Anlageklassen je nach aktuellen Marktentwicklungen vorübergehend über- oder untergewichtet. So kann von kurzfristigen Chancen profitiert und womöglich Gesamtrenditen erhöht werden.

Wenn etwa die Aktienmärkte steigen, könnte der Aktienanteil kurzfristig erhöht werden, um vorteilhaftere Renditechancen zu nutzen. Dieser Ansatz birgt jedoch ein höheres Risiko, da er auf die kurzfristige Ausnutzung von Marktbewegungen abzielt.

Beide Ansätze können sich gut ergänzen. Eine starke strategische Basis hilft, durch gezielte taktische Anpassungen neue Chancen zu nutzen.

Welche Taktik vorwiegend gewählt wird, hängt vom Investitionsziel und dem persönlichen Anlegerprofil ab. Mehr dazu finden Sie in unserem Artikel «Klartext bitte! Was ist ein Anlegerprofil».

Wann braucht es eine Anpassung?

Die anfänglich festgelegte Verteilung auf Anlageklassen ist nicht statisch. Kursveränderungen, Wertschriftenkäufe oder Wertschriftenverkäufe können die Vermögenszusammenstellung ungewollt verändern und zu einer Über- oder Untergewichtung einzelner Anlageklassen führen.

Deshalb ist es wichtig, das Portfolio nicht nur hinsichtlich Diversifikation, sondern auch hinsichtlich Gewichtung zu überwachen und regelmässig in Balance zu bringen. Zu diesem Zweck schichten Sie Ihr Vermögen um. So wird der Anteil der verschiedenen Anlageklassen wieder ins gewünschte Verhältnis gesetzt.

Allerdings muss nicht jede Abweichung umgehend angepasst werden. Besser und effizienter ist es, nur die entscheidenden Veränderungen wieder anzupassen. Denn im Hinblick auf die Zusammenstellung Ihres persönlichen Portfolios zahlt sich die langfristige Perspektive, ohne ständige Anpassungen, aus.

Wie sieht die optimale Asset Allocation aus?

Es gibt keine universelle Formel für die optimale Asset Allocation. Doch durch eine gezielte Portfolio Strukturierung kann deren mögliche Rendite optimiert und das Risiko verringert werden.

Die für Sie passendste Gewichtung einzelner Anlageklassen hängt von individuellen, persönlichen Faktoren ab, wie beispielsweise:

  • Ihre angestrebte Rendite
  • Ihre Risikobereitschaft
  • Ihr Investitionsziel
  • Ihr Anlagehorizont
  • Ihre benötigte Liquidität während des Anlagezeitraums

Chancen und Risiken bestehen dabei in allen gewählten Anlagestrategien.

Es ist deshalb wichtig, die genannten Faktoren vorab festzulegen und sich bei Bedarf Unterstützung von Expert:innen zu holen. Darauf aufbauend wählen Sie dann die für Sie beste Strategie und Vermögensverteilung.

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