Der vergangene Monat war am Obligationenmarkt wechselhaft. Zunächst sorgten Bedenken über hohe Tech-Bewertungen für Kursgewinne, später rückten wieder Inflationssorgen in den Vordergrund. Insgesamt gaben die Obligationenmärkte im Monatsvergleich nur leicht nach.
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Marktüberblick: Wechselhafte Finanzmärkte
Die Finanzmärkte zeigten sich im vergangenen Monat erneut wechselhaft. Zunächst belasteten Sorgen über hohe Technologiebewertungen die Märkte, doch mit dem Ende des Regierungsstillstands und der Hoffnung auf eine weitere geldpolitische Lockerung in den USA verbesserte sich das Umfeld. Damit entwickelten sich Aktien und Obligationen im Monatsvergleich weitgehend seitwärts.
Indexierte Wertentwicklung von Staatsobligationen in Lokalwährung
100 = 01.01.2025
Die Entwicklung an den Obligationenmärkten blieb im vergangenen Monat erneut unbeständig. In der zweiten Novemberhälfte gewannen Staatsobligationen zunächst spürbar an Wert. Auslöser waren vermutlich die Sorgen am Aktienmarkt über die möglicherweise zu hohen Bewertungen der Technologietitel. Die anschliessende Gegenbewegung dürfte durch die wieder vermehrt in den Vordergrund gerückten Inflationssorgen und damit die Unsicherheit über die zukünftige Geldpolitik in den USA und in Europa verursacht worden sein. Die Sorgen um die Inflation sind derweil nicht unbegründet. Sowohl in den USA als auch in Europa liegt die Kernrate der Inflation weiterhin über dem Zielwert von 2 Prozent. Im Dezember hat die amerikanische Notenbank die Leitzinsen dennoch um weitere 25 Basispunkte gesenkt, wodurch sich die Verluste zumindest an den Obligationenmärkten in den USA etwas reduziert haben.
Entwicklung der 10-jährigen Verfallrenditen
In Prozent
Aufgrund der wieder gestiegenen Inflationssorgen sind die Verfallrenditen von 10-jährigen Staatsobligationen Ende November spürbar angestiegen. In Deutschland liegen die 10-jährigen Verfallrenditen mit knapp unter 3 Prozent nur geringfügig unter dem Höchststand der letzten fünf Jahre. Besonders stark angestiegen sind die Verfallrenditen auch in Japan. Sie notieren mittlerweile bei fast 2 Prozent und damit im Jahresvergleich fast 100 Basispunkte höher. Aussagen des Vorsitzenden der japanischen Notenbank (BoJ) Kazuo Ueda, die eine Erhöhung der Leitzinsen signalisierten, dürften zu diesem Anstieg beigetragen haben. Angesichts der weiterhin erhöhten Kerninflationsrate von 3 Prozent wäre ein solcher Schritt nicht unbegründet. In der Schweiz sind die Verfallrenditen jüngst ebenfalls angestiegen und liegen nun bei 0,25 Prozent. Der jüngste Entscheid der Schweizer Notenbank (SNB), den Leitzins unverändert bei 0 Prozent zu belassen, hat daran wenig geändert.
Risikoaufschläge von Unternehmensobligationen
In Prozentpunkten
Angesichts der neu aufgekommenen Sorgen über die Bewertungen von Technologietiteln und der dadurch bedingten gedrückten Stimmung an den Finanzmärkten sind die Risikoaufschläge für Unternehmensobligationen vorübergehend gestiegen, wenn auch von einem niedrigen Ausgangsniveau aus. Dieser Anstieg war jedoch nicht nachhaltig. Mit der Rückkehr des Optimismus an den Aktienmärkten gingen die Risikoaufschläge wieder spürbar zurück. Damit spiegelt der Markt für Unternehmensobligationen weiterhin keine Rezessionssorgen wider.
Die Aktienmärkte waren wie der Obligationenmarkt von einem Auf und Ab geprägt. Sorgen über die hohen Bewertungen der Technologieunternehmen belasteten die Kurse zunächst. Gegen Monatsende kehrte der Optimismus jedoch wieder zurück.
Indexierte Aktienmarktentwicklung in Franken
100 = 01.01.2025
Ähnlich wie die Obligationenmärkte erlebten auch die Aktienmärkte einen turbulenten Monat. Zunächst dämpften insbesondere Sorgen über die hohen Bewertungen von Technologietiteln den weltweiten Optimismus. Anleger:innen stellten zunehmend infrage, ob sich die umfangreichen Investitionen in künstliche Intelligenz tatsächlich in der erwarteten Form auszahlen würden. In der Folge gaben die Aktienmärkte in der zweiten Novemberhälfte spürbar nach. Gegen Monatsende kehrte der Optimismus jedoch wieder zurück. Dazu beigetragen haben dürfte zum einen die Beendigung des US-Regierungsstillstands, zum anderen die wieder aufgekommene Hoffnung auf weitere geldpolitische Lockerungsschritte der amerikanischen Notenbank im Dezember. Die damit einhergehende konjunkturelle Sorge bleibt derzeit allerdings von den Finanzmärkten weitgehend ausgeblendet.
Momentumstärke einzelner Märkte
In Prozent
Mit dem zwischenzeitlichen Dämpfer des Optimismus an den Aktienmärkten – besonders bei den Technologietiteln – verlor auch das Momentum vielerorts an Stärke. Am deutlichsten zeigte sich der Rückgang in technologielastigen Märkten wie Südkorea und Taiwan. Weiter zulegen konnte hingegen das Momentum am Schweizer Aktienmarkt. Nachdem sich dieser seit April vom Einbruch nicht wesentlich erholen konnte, holte er im vergangenen Monat spürbar auf. Massgeblich dazu beigetragen hat das Indexschwergewicht Roche. Der Aktienkurs des Pharmakonzerns legte im Nachgang positiver Studienergebnisse und Erfolgsnachrichten zu mehreren Medikamenten deutlich zu und notierte im Monatsvergleich rund 18 Prozent höher.
Kurs-Gewinn-Verhältnis
Der Dämpfer am Aktienmarkt mit anschliessender Erholung führte dazu, dass sich die Aktienkurse im Monatsvergleich kaum veränderten. Zusammen mit der besonders starken Berichtsaison der Unternehmen aus dem Technologiesektor dürfte dies das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des technologielastigen Aktienmarktes in den USA und in den Schwellenländern reduziert haben. Im Gegensatz dazu stieg das KGV in der Schweiz an. Ausschlaggebend hierfür dürfte die starke Entwicklung des Schweizer Aktienmarktes im vergangenen Monat gewesen sein.
Börsenkotierte Schweizer Immobilienfonds haben im vergangenen Monat erneut leicht zugelegt und dürften auch am Ende des Jahres eine substanzielle Rendite erzielen.
Indexierte Wertentwicklung von Schweizer Immobilienfonds
100 = 01.01.2025
Die Entwicklung der börsenkotierten Schweizer Immobilienfonds im bisherigen Jahresverlauf lässt sich in drei Phasen gliedern: In der ersten, rund vier Monate dauernden Phase bewegten sich die Kurse in einer bestätigenden Seitwärtsbewegung. Ab Mai folgte eine zweite Phase mit einem markanten Kurssprung, der sich anschliessend konsolidierte und bis etwa August behauptet werden konnte. Seither ist in der dritten Phase eine leichte Aufwärtstendenz erkennbar. Alles in allem resultierte für Schweizer Immobilienfonds im bisherigen Verlauf des Jahres 2025 ein Wertzuwachs von rund 8 Prozent. Getragen wurde diese Entwicklung insbesondere vom kontinuierlichen Rückgang der langfristigen Schweizer Kapitalmarktzinsen.
Aufpreis auf Schweizer Immobilienfonds und 10-jährige Verfallsrenditen
In Prozent
Der Aufpreis, den Anleger:innen für Investitionen in börsenkotierte Immobilienfonds gegenüber dem Nettoinventarwert der zugrunde liegenden Immobilien bezahlen (das sogenannte Agio), ist im vergangenen Monat aufgrund des Wertzuwachses an der Börse nochmals leicht angestiegen. Ein Vergleich über die letzten 20 Jahre zeigt, dass das Agio üblicherweise dann steigt, wenn die Kapitalmarktzinsen sinken, und dass es tendenziell sinkt, wenn die Kapitalmarktzinsen steigen. Zudem ist erkennbar, dass das aktuelle Niveau aussergewöhnlich hoch ist und in den vergangenen zwei Jahrzehnten nur während der Phase negativer Kapitalmarktzinsen vor der Pandemie erreicht wurde.
3-Monats-SARON und 10-jährige Verfallrenditen
In Prozent
In der Schweiz ist die Inflation im letzten Monat erneut leicht gesunken und liegt aktuell bei 0 Prozent. Wie von den Marktteilnehmer:innen erwartet, entschied die Schweizerische Nationalbank, die Leitzinsen bei 0 Prozent zu belassen, und betonte dabei die hohe Hürde für Negativzinsen. Die Verfallrenditen 10-jähriger Schweizer Staatsobligationen stiegen Anfang Dezember um etwa 10 Basispunkte an und liegen jetzt bei 0,25 Prozent.
Währungen
In Schweizer Franken gemessen befindet sich Gold weiterhin nahe dem Allzeithoch. Der Euro konnte gegenüber dem Schweizer Franken aufholen.
| Währungspaar | Kurs | KKP | Neutraler Bereich | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| Währungspaar EUR/CHF |
Kurs 0,94 |
KKP 0,92 |
Neutraler Bereich 0,85 – 0,99 |
Bewertung Euro neutral |
| Währungspaar USD/CHF |
Kurs 0,80 |
KKP 0,79 |
Neutraler Bereich 0,69 – 0,89 |
Bewertung USD neutral |
| Währungspaar GBP/CHF |
Kurs 1,07 |
KKP 1,13 |
Neutraler Bereich 0,98 – 1,28 |
Bewertung Pfund neutral |
| Währungspaar JPY/CHF |
Kurs 0,51 |
KKP 0,84 |
Neutraler Bereich 0,68 – 1,00 |
Bewertung Yen unterbewertet |
| Währungspaar SEK/CHF |
Kurs 8,63 |
KKP 9,88 |
Neutraler Bereich 8,83 – 10,92 |
Bewertung Krone unterbewertet |
| Währungspaar NOK/CHF |
Kurs 7,93 |
KKP 10,43 |
Neutraler Bereich 9,17 – 11,70 |
Bewertung Krone unterbewertet |
| Währungspaar EUR/USD |
Kurs 1,17 |
KKP 1,17 |
Neutraler Bereich 1,02 – 1,32 |
Bewertung Euro neutral |
| Währungspaar USD/JPY |
Kurs 156,03 |
KKP 93,91 |
Neutraler Bereich 71,50 – 116,31 |
Bewertung Yen unterbewertet |
| Währungspaar USD/CNY |
Kurs 7,06 |
KKP 6,35 |
Neutraler Bereich 5,85 – 6,85 |
Bewertung Renminbi unterbewertet |
Quelle: Allfunds Tech Solutions
Im letzten Monat gab es keine grossen Veränderungen bei den diesjährigen Währungsverläufen. Einzig der Euro konnte gegenüber dem Schweizer Franken aufwerten. Nachdem der Euro Mitte November auf dem Allzeittief gegenüber dem Schweizer Franken gelandet war, konnte er diese Verluste anschliessend zum grossen Teil wieder gutmachen. Aktuell notiert der Euro gegenüber dem Schweizer Franken auf Jahresbasis betrachtet nahezu unverändert. Der US-Dollar hingegen konnte die Aufwertung, die zwischen September und Mitte November stattgefunden hatte, nicht fortsetzen und verlor auf handelsgewichteter Basis an Wert.
Kryptowährungen
| Kryptowährung | Kurs | YTD in USD | Jahreshoch | Jahrestief |
|---|---|---|---|---|
| Kryptowährung BITCOIN |
Kurs 92'036 |
YTD in USD -1,44% |
Jahreshoch 124’728 |
Jahrestief 76’244 |
| Kryptowährung ETHEREUM |
Kurs 3'328 |
YTD in USD -0,12% |
Jahreshoch 4’836 |
Jahrestief 1’471 |
Quelle: Allfunds Tech Solutions, Coin Metrics Inc
Gold
Der in Schweizer Franken gemessene Goldpreis hat sich im letzten Monat knapp unterhalb der Höchstmarke stabilisiert und liegt aktuell bei 3350 Schweizer Franken pro Feinunze.
Indexierte Wertentwicklung von Gold in Franken
100 = 01.01.2025
In der zweiten Novemberhälfte erlebte der Goldpreis einen kurzen Rücksetzer. Dieser hielt jedoch nicht lange an und der Preis stabilisierte sich im Dezember bei 4200 US-Dollar pro Feinunze. Damit liegt er nur knapp unter dem Allzeithoch von 4400 US-Dollar. In Schweizer Franken gemessen liegt die Wertsteigerung seit Jahresbeginn weiterhin bei über 40 Prozent.