Die Obligationenmärkte liegen auf Jahresbasis weiterhin im negativen Bereich. Die Renditen von Staatsobligationen liegen aktuell knapp 20 Basispunkte höher als zu Kriegsbeginn.
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Marktüberblick: Fragile Erholung an den Finanzmärkten
Die Aktienmärkte profitierten am stärksten von den Hoffnungen auf eine ruhigere Phase im Nahostkonflikt. Die getroffenen Vereinbarungen zwischen den USA und dem Iran scheinen jedoch weiterhin fragil zu sein, und die Ölpreise bleiben hoch. Im Monatsverlauf konnten die meisten Anlageklassen leicht zulegen.
Indexierte Wertentwicklung von Staatsobligationen in Lokalwährung
100 = 01.01.2026
Die Obligationenmärkte sind nach wie vor stark vom Krieg im Nahen Osten beeinflusst. Zu Jahresbeginn gingen die Märkte für die meisten Industrieländer noch von sinkenden Zinsen aus. Inzwischen haben sich allerdings die Sorgen um eine stark steigende Inflation aufgrund der höheren Energiepreise durchgesetzt. Die Marktteilnehmer:innen in Europa rechnen beispielsweise in diesem Jahr mit zwei Zinserhöhungen. Während sich die Aktienmärkte nach ersten Zeichen der Deeskalation deutlich erholen konnten, war dies bei den Obligationen nur bedingt der Fall. Somit liegen die Staatsobligationen auf Jahresbasis in Schweizer Franken weiterhin im negativen Bereich und etwa 2 Prozent unter den Höchstständen von Ende Februar.
Entwicklung der 10-jährigen Verfallrenditen
In Prozent
Der starke Ölpreisanstieg infolge des Nahostkonflikts hat die Inflationsängste an den Obligationenmärkten deutlich verschärft. Die Zinsen auf Staatsobligationen sind weltweit gestiegen: Zehnjährige deutsche Staatsobligationen rentieren inzwischen bei über 3 Prozent, ein Niveau, das zuletzt 2011 erreicht wurde. In den USA liegen die Renditen trotz einer gewissen Entspannung nach den jüngsten Waffenstillstandsnachrichten weiterhin rund 20 Basispunkte über dem Niveau von Kriegsbeginn.
Risikoaufschläge von Unternehmensobligationen
In Prozentpunkten
Die Risikoaufschläge auf Unternehmensobligationen reagierten später und in geringerem Ausmass auf den Nahostkonflikt als beispielsweise die Aktienmärkte. Zwar gab es zwischenzeitlich einen deutlichen Anstieg der Risikoprämie, doch fiel dieser im Vergleich zu dem Zeitpunkt, als Trump vor einem Jahr die Handelszölle ankündigte, deutlich geringer aus. Der Risikoaufschlag reduzierte sich auch rasch und befindet sich aktuell wieder auf einem sehr niedrigen Niveau.
Die Aktienmärkte durchlebten im vergangenen Monat starke Schwankungen, bevor eine kräftige Erholung einsetzte. Global gesehen, liegen sie jedoch weiterhin unter den Höchstständen von Ende Februar.
Indexierte Aktienmarktentwicklung in Franken
100 = 01.01.2026
Die globalen Aktienmärkte erlebten im vergangenen Monat einen turbulenten Verlauf. In der ersten Monatshälfte belasteten steigende Ölpreise und die damit verbundenen Inflationsängste die Kurse deutlich. Mit den Signalen einer Deeskalation im Nahostkonflikt setzte zur Monatswende eine kräftige Gegenbewegung ein. Auch wenn die Aktienmärkte in Schweizer Franken gerechnet im Monatsverlauf zulegen konnten, wirkt die Erholung fragil, da eine der Hauptbedingungen des Waffenstillstands, die Öffnung der Strasse von Hormus, bislang unerfüllt bleibt und die Ölpreise weiterhin bei rund 100 US-Dollar pro Fass liegen. Auch auf Jahresbasis liegen die meisten Märkte nach Verlusten von bis zu 10 Prozent wieder hauptsächlich im positiven Bereich.
Momentumstärke einzelner Märkte
In Prozent
Die kräftige Erholung der Aktienmärkte in den ersten beiden Aprilwochen führte dazu, dass sich das Momentum der globalen Aktienmärkte weiterhin überwiegend im positiven Bereich befindet. Auffällig bleibt aber, dass sich der amerikanische Markt nach wie vor in einer Seitwärtsphase befindet, vor allem, weil die grossen Technologietitel in diesem Jahr eine schwache Leistung gezeigt haben. Am stärksten ist das Momentum weiterhin in Südkorea und Taiwan, das auf wenigen, aber starken Ausschlägen bei den lokalen Technologietiteln beruht.
Kurs-Gewinn-Verhältnis
Im ersten Quartal stiegen die Unternehmensgewinne weltweit weiter an. Zudem liegen die Aktienkurse trotz ihrer Erholung in den letzten Wochen noch unter ihren Höchstständen von Ende Februar. In Kombination führt dies zu einer leichten Reduzierung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses. Das Bewertungsniveau befindet sich vor allem bei den globalen Aktien allerdings weiterhin auf einem historisch hohen Niveau.
Zuletzt konnten börsenkotierte Schweizer Immobilienfonds ihre Verluste wettmachen und liegen damit wieder auf dem Niveau vom Jahresanfang.
Indexierte Wertentwicklung von Schweizer Immobilienfonds
100 = 01.01.2026
Sowohl die steigenden Kapitalmarktzinsen für Schweizer Staatsobligationen als auch die Nervosität an den Finanzmärkten hinterliessen im Monatsverlauf Spuren bei den börsennotierten Schweizer Immobilienfonds. Anfang April lag der Verlust auf Jahresbasis bei über 5 Prozent. Trotz der nur bedingt zurückgegangenen Kapitalmarktzinsen konnten sich die Immobilienfonds zuletzt deutlich erholen. Nach dieser Erholung liegen ihre Preise wieder auf dem Niveau von Jahresbeginn.
Aufpreis auf Schweizer Immobilienfonds und 10-jährige Verfallsrenditen
In Prozent
Die seit Februar höheren Kapitalmarktzinsen in der Schweiz haben das Agio, die Prämie, die Anleger:innen für börsenkotierte Immobilienfonds gegenüber dem Nettoinventarwert der zugrunde liegenden Immobilien bezahlen, leicht reduziert. Trotz dieses leichten Rückgangs bleiben die Bewertungen der Immobilienfonds auf einem Niveau, das historisch nur in Zeiten von Negativzinsen beobachtet wurde.
Leerstandsquote und Immobilienpreise
100 = Januar 2000 (links) und in Prozent (rechts)
Die Immobilienpreise setzten im vierten Quartal ihren Aufwärtstrend fort. Im Vergleich zum letzten Quartal stiegen diesmal die Preise von Wohnungen stärker an als die von Einfamilienhäusern. Auch die Preise der Mietobjekte konnten an Wert gewinnen, jedoch erneut nur in geringem Ausmass. Der Referenzzinssatz wurde im September 2025 erneut reduziert, was die moderatere Entwicklung bei den Mietwohnungen erklären könnte. Die Leerstandquote verharrt derweil auf einem sehr niedrigen Niveau, was weiterhin der Hauptgrund für die steigenden Immobilienpreise sein dürfte.
Währungen
Der Schweizer Franken blieb im vergangenen Monat erneut schwach, sowohl gegenüber dem US-Dollar als auch gegenüber dem Euro.
| Währungspaar | Kurs | KKP | Neutraler Bereich | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| Währungspaar EUR/CHF |
Kurs 0,92 |
KKP 0,90 |
Neutraler Bereich 0,83 – 0,97 |
Bewertung Euro neutral |
| Währungspaar USD/CHF |
Kurs 0,79 |
KKP 0,78 |
Neutraler Bereich 0,68 – 0,88 |
Bewertung USD neutral |
| Währungspaar GBP/CHF |
Kurs 1,06 |
KKP 1,12 |
Neutraler Bereich 0,98 – 1,27 |
Bewertung Pfund neutral |
| Währungspaar JPY/CHF |
Kurs 0,50 |
KKP 0,82 |
Neutraler Bereich 0,66 – 0,98 |
Bewertung Yen unterbewertet |
| Währungspaar SEK/CHF |
Kurs 8,49 |
KKP 9,48 |
Neutraler Bereich 8,48 – 10,49 |
Bewertung Krone unterbewertet |
| Währungspaar NOK/CHF |
Kurs 8,27 |
KKP 10,34 |
Neutraler Bereich 9,07 – 11,60 |
Bewertung Krone unterbewertet |
| Währungspaar EUR/USD |
Kurs 1,17 |
KKP 1,16 |
Neutraler Bereich 1,01 – 1,31 |
Bewertung Euro neutral |
| Währungspaar USD/JPY |
Kurs 158,60 |
KKP 94,76 |
Neutraler Bereich 71,8 – 117,71 |
Bewertung Yen unterbewertet |
| Währungspaar USD/CNY |
Kurs 6,83 |
KKP 6,41 |
Neutraler Bereich 5,91 – 6,91 |
Bewertung Renminbi unterbewertet |
Quelle: Allfunds Tech Solutions
Der Schweizer Franken stand im vergangenen Monat erneut unter Druck und verlor gegenüber den wichtigsten Währungen weiter an Wert. Besonders ausgeprägt war die Schwäche gegenüber dem Euro, der im Monatsverlauf über 2 Prozent zulegte. Damit hat der Franken auf Jahressicht gegenüber dem Euro nahezu seinen gesamten Vorsprung eingebüsst. Die Schweizerische Nationalbank dürfte auch in diesem Monat interveniert haben, um einer weiteren Aufwertung entgegenzuwirken. Der US-Dollar profitierte zunächst von seinem Status als sicherer Hafen, gab diese Gewinne mit der einsetzenden Deeskalation jedoch weitgehend wieder ab und schloss den Monat auf handelsgewichteter Basis nahezu unverändert.
Kryptowährungen
| Kryptowährung | Kurs | YTD in USD | Jahreshoch | Jahrestief |
|---|---|---|---|---|
| Kryptowährung BITCOIN |
Kurs 71'812 |
YTD in USD -17,93% |
Jahreshoch 96'942 |
Jahrestief 62’795 |
| Kryptowährung ETHEREUM |
Kurs 2'188 |
YTD in USD -26,27% |
Jahreshoch 3’354 |
Jahrestief 1’842 |
Quelle: Allfunds Tech Solutions, Coin Metrics Inc
Gold
Der Goldpreis verlor im letzten Monat, in Schweizer Franken gemessen, deutlich an Wert, stabilisierte sich aber zuletzt wieder.
Indexierte Wertentwicklung von Gold in Franken
100 = 01.01.2026
Im vergangenen Monat erlitt der Goldpreis die zweite grosse Korrektur in diesem Jahr. Nachdem er Anfang März wieder die vorherigen Höchststände erreicht hatte, löste der Kriegsbeginn im Nahen Osten erneut einen Abverkauf aus. Dafür dürften vor allem der stärkere US-Dollar, steigende Zinsen und Liquiditätsverkäufe der Investoren verantwortlich gewesen sein. Das resultierte in einem zwischenzeitlichen Verlust von über 13 Prozent in Schweizer Franken. In den ersten beiden Aprilwochen erholte sich der Preis jedoch spürbar, sodass sich der Monatsverlust auf 5 Prozent beschränkte und die Jahresrendite mit 8 Prozent attraktiv bleibt.