Marktüberblick: Gegenwind nach starkem Jahresauftakt

Nach einem erfolgreichen Jahresauftakt sahen sich die Finanzmärkte im Verlauf des Monats mit zunehmendem Gegenwind konfrontiert. Vor allem an den Aktienmärkten belasteten schwächere Technologietitel die Stimmung nachhaltig. Auch bei den Edelmetallen kam es zwischenzeitlich zu ausgeprägten und teils beunruhigenden Schwankungen. Inzwischen stabilisierte sich die Lage jedoch wieder. Der Goldpreis konnte sich erholen und erneut einen Wertzuwachs verzeichnen.

Der Obligationenmarkt zeigte sich wie bereits im Vormonat relativ gelassen. Nur am japanischen Obligationenmarkt kam es zu nennenswerten Veränderungen.

Indexierte Wertentwicklung von Staatsobligationen in Lokalwährung

100 = 01.01.2026

Diese Grafik zeigt die Wertentwicklung von Staatsobligationen in Lokalwährung aus der Schweiz, den USA und Deutschland. Die Wertentwicklung im vergangenen Jahr zeigte sich unbeständig und dies setzte sich zunächst auch im neuen Jahr fort. Bis April 2025 zeichnete sich in den USA sowie in der Schweiz jedoch ein Aufwärtstrend ab, während sich in Europa ein Abwärtstrend kristallisierte. Diese Tendenzen wurden durch die Zollankündigung im vergangenen Jahr jedoch abrupt unterbrochen.
Quelle: SIX, Bloomberg Barclays

Im Vergleich zum Vormonat präsentierten sich die Obligationenmärkte in den westlichen Industrienationen bemerkenswert stabil. Weder die Zuspitzung des Konflikts um die von US-Präsident Trump ins Spiel gebrachte Annexion Grönlands noch die Ankündigung des eher restriktiv eingeschätzten Kevin Warsh als Nachfolger von Jay Powell an der Spitze der US-Notenbank führten zu nennenswerten Marktbewegungen. Einzig in Japan kam es im Zuge der Neuwahl des Unterhauses zu spürbaren Turbulenzen am Obligationenmarkt. Zwar beruhigte sich die Lage nach dem Wahlsieg der Partei der Premierministerin wieder etwas, dennoch verzeichneten japanische Staatsobligationen im Monatsvergleich deutliche Verluste.

Entwicklung der 10-jährigen Verfallrenditen

In Prozent

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Verfallrenditen auf 10-jährigen Staatsobligationen der Schweiz, der USA und Deutschlands. 10-jährige Verfallrenditen sind ein wichtiger Massstab für die Zinsentwicklung. Langfristig weisen diese einen starken Abwärtstrend auf. Seit Frühling 2022 ist jedoch eine Trendwende hin zu höheren Zinsen zu beobachten. Dieser Trend wurde im Jahr 2024 zunehmend gebremst, in der Schweiz ist sogar ein Trend zu niedrigeren Zinsen zu beobachten.
Quelle: SIX, Bloomberg Barclays

Die 10-jährigen Verfallrenditen in den meisten Industrienationen blieben im Monatsvergleich weitgehend unverändert. In der Schweiz notiert der 10-jährige Eidgenosse weiterhin bei gut 0,2 Prozent. Auch in den USA verharren die 10-jährigen Verfallrenditen nahe bei 4,2 Prozent. Weder die Ankündigung von Kevin Warsh als neuem US-Notenbankpräsidenten noch die jüngsten Arbeitsmarktdaten, die auf eine deutliche Abschwächung des Arbeitsmarktes hindeuten, führten zu nennenswerten Bewegungen. Die deutlichste Veränderung zeigte sich am japanischen Obligationenmarkt. Bereits seit der Wahl der neuen Premierministerin Takaichi im vergangenen Jahr waren die Verfallrenditen spürbar angestiegen. Diese Entwicklung setzte sich zu Jahresbeginn fort und erreichte mit der Ankündigung von Neuwahlen durch die als fiskalpolitisch expansiv geltende Premierministerin ihren Höhepunkt. Nach dem Wahlsieg pendelten sich die 10-jährigen Verfallrenditen bei rund 2,2 Prozent ein.

Risikoaufschläge von Unternehmensobligationen

In Prozentpunkten

Auf dieser Darstellung ist die Differenz zwischen den Verfallrenditen von Staats- und Unternehmensobligationen in US-Dollar, Euro und Franken abgebildet. Diese Risikoaufschläge, auch Spreads genannt, stiegen in der ersten Jahreshälfte 2022 stark, sanken aber in der zweiten Jahreshälfte sowie zu Beginn des folgenden Jahres deutlich. Im März 2023 stiegen die Risikoaufschläge erneut leicht an, bevor sie sich wieder auf einem niedrigen Niveau einpendelten. Im Zuge der von den USA angekündigten Handelsbeschränkungen im Jahr 2025 nahmen die Spreads wieder zu, reduzierten sich jedoch kurz darauf wieder und befinden sich wieder auf historisch tiefen Werten.
Quelle: Bloomberg Barclays

Die Risikoaufschläge auf Unternehmensobligationen verharren weiterhin nahezu unverändert auf historisch tiefen Niveaus. Auch die jüngste Bestätigung einer deutlichen Abschwächung am US-Arbeitsmarkt vermochte daran wenig zu ändern. Ausgeprägte Rezessionssorgen sind nach wie vor kaum erkennbar.

Die Aktienkurse starteten mit Schwung ins neue Jahr. Im vergangenen Monat nahm der Gegenwind jedoch zu, insbesondere aus dem Technologiesektor. In der Folge verloren besonders technologielastige Aktienmärkte spürbar.

Indexierte Aktienmarktentwicklung in Franken

100 = 01.01.2026

Die Grafik stellt die Wertentwicklungen der Aktienmärkte Schweiz, Welt und Schwellenländer in den letzten zwölf Monaten in Franken dar. Die Verluste im April 2025, die durch die Turbulenzen im Welthandel verursacht wurden, konnten mittlerweile mehr als kompensiert werden.
Quelle: SIX, MSCI

Nachdem die Aktienmärkte dynamisch ins neue Jahr gestartet waren, verlor die positive Tendenz im vergangenen Monat spürbar an Schwung. Vor allem Software-Titel, die zuletzt deutlich unter Druck gerieten, belasteten die Gesamtentwicklung nachhaltig. Ein Grund für die zunehmende Zurückhaltung dürfte in den sehr hohen Investitionen vieler Tech-Konzerne wie Microsoft oder Amazon in künstliche Intelligenz liegen, denn es bleibt offen, wann und in welchem Umfang sich daraus tatsächlich stabile Erträge ableiten lassen. Zusätzliche Nervosität brachte schliesslich die Präsentation eines neuen KI-Modells von Anthropic. Die Technologie ist in der Lage, anspruchsvolle und wissensintensive Aufgaben weitgehend selbstständig zu bearbeiten. Damit rücken ganze Wertschöpfungsketten in den Fokus einer möglichen Disruption. Entsprechend wurden vor allem jene Unternehmen abgestraft, deren Geschäftsmodelle besonders stark von solchen Entwicklungen tangiert sein könnten.

Momentumstärke einzelner Märkte

In Prozent

Die Darstellung zeigt die Momentumstärke von zwölf der wichtigsten Aktienmärkten weltweit. Das Momentum setzt den letzten Kursstand zum Durchschnitt der letzten sechs Monate ins Verhältnis. Während das Momentum im April letzten Jahres nach den US-Zollankündigungen noch im Minus gelegen ist, weisen derzeit alle Märkte ein positives Momentum auf.
Quelle: MSCI

Das Momentum an den Aktienmärkten ist insgesamt weiterhin positiv, hat sich in vielen Ländern zuletzt jedoch etwas abgeschwächt. Die Dynamik ist damit weniger ausgeprägt als noch zu Jahresbeginn. Eine Ausnahme bilden mehrere Schwellenländer wie Brasilien oder Südkorea. Diese Märkte dürften sowohl vom Wunsch vieler Anleger:innen nach breiterer Diversifizierung als auch dem weiterhin schwächeren US-Dollar profitiert haben. Auch der japanische Aktienmarkt konnte zuletzt an Dynamik gewinnen. Nach dem deutlichen Wahlerfolg der als fiskalpolitisch expansiv geltenden Premierministerin Takaichi dürften die Märkte auf zusätzliche wirtschaftliche Impulse setzen.

Kurs-Gewinn-Verhältnis

Die Abbildung zeigt das Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV, für die Aktienmärkte Schweiz, Welt und Schwellenländer seit dem Jahr 2000. Wegen steigender Unternehmensgewinne und fallender Aktienkurse sind die KGV der drei Märkte seit Sommer 2020 spürbar gesunken. Seit Ende 2022 erholen sich diese dank gestiegener Aktienkurse aber wieder zunehmend.
Quelle: SIX; MSCI

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) in der Schweiz und an den weltweiten Aktienmärkten veränderte sich kaum. Lediglich in den Schwellenländern war ein deutlicherer Anstieg zu verzeichnen. Dieser dürfte vor allem auf die positive Entwicklung der Aktienkurse zurückzuführen sein. Schwellenländeraktien zählen in diesem Jahr erneut zu den Spitzenreitern.

Börsenkotierte Schweizer Immobilienfonds konnten ihre anfänglichen Gewinne nicht behaupten und liegen auf Jahressicht weiterhin nahe am Ausgangsniveau.

Indexierte Wertentwicklung von Schweizer Immobilienfonds

100 = 01.01.2026

Die Abbildung zeigt die indexierte durchschnittliche Wertentwicklung von kotierten Schweizer Immobilienfonds in den zurückliegenden zwölf Monaten. Der Index stieg insgesamt deutlich an, mit mehreren Auf- und Abwärtsbewegungen im Verlauf. Der vergangene Monat war hingegen von einer Seitwärtsentwicklung geprägt.
Quelle: SIX

Nach einem zurückhaltenden Jahresstart konnten börsenkotierte Schweizer Immobilienfonds zunächst etwa 2 Prozent zulegen. Diese Gewinne konnten jedoch nicht gehalten werden: In den letzten Tagen verloren die Immobilienfonds erneut an Wert. Damit resultiert aktuell ein leichter Jahresverlust, womit sich bislang ein ähnliches Muster wie im Vorjahr abzeichnet.

Aufpreis auf Schweizer Immobilienfonds und 10-jährige Verfallsrenditen

In Prozent

Auf dieser Abbildung ist die Verfallrendite von 10-jährigen Schweizer Staatsobligationen und der Aufpreis auf den in Schweizer Immobilienfonds enthaltenen Immobilienobjekten seit dem Jahr 2000 zu sehen. Der starke Anstieg der Zinsen im Jahr 2022 führte zu einem deutlichen Rückgang der Aufpreise. Im Verlauf des vergangenen Jahres stiegen die Agios aber wieder an. Dieser Trend setzte sich auch in diesem Jahr fort.
Quelle: SIX

Der Aufwärtstrend beim Agio, der Prämie, die Anleger:innen für Investitionen in börsenkotierte Immobilienfonds gegenüber dem Nettoinventarwert der zugrunde liegenden Immobilien bezahlen, hat sich im vergangenen Monat weiter fortgesetzt. Gemessen am aktuellen Zinsniveau, das sich nahe null bewegt, liegt das Agio inzwischen nahe bei historischen Höchstständen. Nur kurz nach der COVID-19-Pandemie wurden noch höhere Werte beobachtet. Angesichts des weiterhin tiefen Zinsumfelds in der Schweiz dürfte die Nachfrage nach Immobilienfonds aber vorerst gestützt bleiben.

3-Monats-SARON und 10-jährige Verfallrenditen

In Prozent

Auf dieser Abbildung ist der schweizerische Referenzzinssatz SARON mit einer Laufzeit von 3 Monaten und die Verfallrendite von 10-jährigen Schweizer Staatsobligationen seit dem Jahr 2000 zu sehen. Sowohl der 3-Monats-Referenzzinssatz als auch die Kapitalmarktzinsen sind in den letzten zwölf Monaten gesunken.
Quelle: SIX

Die Inflation in der Schweiz liegt im Januar unverändert bei 0,1 Prozent und könnte angesichts der schwachen konjunkturellen Entwicklung in der Schweiz noch weiter sinken. Die Marktteilnehmer:innen gehen aktuell aber noch nicht von einer weiteren Zinssenkung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) aus. Entsprechend bleiben auch die Verfallrenditen auf einem tiefen Niveau. Die 10-jährigen Eidgenossen tendieren seit über einem Monat auf dem niedrigen Niveau von 0,25 Prozent seitwärts, während der 3-Monats-Saron aktuell knapp im negativen Bereich liegt.

Währungen

Der Anstieg beim Goldpreis wurde von einer deutlichen Korrektur unterbrochen. Bei den Währungen zeigte sich der US-Dollar wieder schwach, während der Schweizer Franken im Vergleich weiter deutlich aufwertete.

WährungspaarKursKKP Neutraler Bereich Bewertung
Währungspaar
EUR/CHF
Kurs
0,92
KKP
0,91
Neutraler Bereich
0,84 – 0,98
Bewertung
Euro neutral
Währungspaar
USD/CHF
Kurs
0,78
KKP
0,78
Neutraler Bereich
0,68 – 0,88
Bewertung
USD neutral
Währungspaar
GBP/CHF
Kurs
1,06
KKP
1,12
Neutraler Bereich
0,97 – 1,27
Bewertung
Pfund neutral
Währungspaar
JPY/CHF
Kurs
0,49
KKP
0,83
Neutraler Bereich
0,67 – 0,99
Bewertung
Yen unterbewertet
Währungspaar
SEK/CHF
Kurs
8,60
KKP
9,77
Neutraler Bereich
8,73 – 10,81
Bewertung
Krone unterbewertet
Währungspaar
NOK/CHF
Kurs
8,01
KKP
10,38
Neutraler Bereich
9,11 – 11,64
Bewertung
Krone unterbewertet
Währungspaar
EUR/USD
Kurs
1,18
KKP
1,16
Neutraler Bereich
1,01 – 1,31
Bewertung
Euro neutral
Währungspaar
USD/JPY
Kurs
157,22
KKP
94,39
Neutraler Bereich
71,70 – 117,08
Bewertung
Yen unterbewertet
Währungspaar
USD/CNY
Kurs
6,94
KKP
6,37
Neutraler Bereich
5,87 – 6,86
Bewertung
Renminbi unterbewertet

Quelle: Allfunds Tech Solutions

Im vergangenen Monat setzten sich die grossen Bewegungen fort, die zuletzt bei den Währungen dominiert hatten. So wertete der Schweizer Franken gegenüber dem US-Dollar und dem Euro deutlich auf. Gegenüber beiden Währungen handelt der Schweizer Franken aktuell auf den historisch höchsten Niveaus. Der US-Dollar wertete nicht nur gegenüber dem Schweizer Franken ab, sondern verlor auch auf handelsgewichteter Basis an Wert. Ebenfalls auf Abwärtskurs waren die Kryptowährungen. So fiel Bitcoin unter die 70'000 US-Dollar-Marke. Auffällig stark zeigte sich jüngst der japanische Yen gegenüber dem US-Dollar. In den letzten Tagen wertete dieser um knapp 3 Prozent auf. 

Kryptowährungen

KryptowährungKursYTD in USDJahreshochJahrestief
Kryptowährung
BITCOIN
Kurs
66'207
YTD in USD
-24,33%
Jahreshoch
96'942
Jahrestief
62’795
Kryptowährung
ETHEREUM
Kurs
1'943
YTD in USD
-34,52%
Jahreshoch
3’354
Jahrestief
1’842

Quelle: Allfunds Tech Solutions, Coin Metrics Inc

Gold

In der zweiten Januarhälfte setzte Gold seinen markanten Anstieg fort. Ende Januar kam es jedoch zu einer deutlichen Korrektur. Danach stabilisierte sich der Goldpreis bei 5'000 US-Dollar.

Indexierte Wertentwicklung von Gold in Franken

100 = 01.01.2026

Die Grafik zeigt die indexierte Wertentwicklung von Gold in Schweizer Franken im Jahresrückblick. Der Goldpreis zeigte seit Jahresbeginn zuerst eine starke Entwicklung, dann aber auch eine Korrektur.
Quelle: Allfunds Tech Solutions

Der Goldpreis kannte im Januar einen wahren Rekordflug. Die vielen geopolitischen Spannungen dürften massgeblich zu einem Preisanstieg beigetragen haben, wobei die Jahresrendite zwischenzeitlich bei über 25 Prozent lag. Ende Januar kam es dann aber zu einer deutlichen Korrektur von über 15 Prozent. Die Korrektur dürfte vor allem durch viele spekulative Positionen im Markt ausgelöst worden sein. Mittlerweile hat sich der Goldkurs jedoch wieder etwas stabilisiert. Die Jahresrendite in Schweizer Franken gemessen ist mit 12 Prozent immer noch sehr hoch und dürfte auch weiterhin von einem schwachen US-Dollar gestützt werden.

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