Verein gründen: die wichtigsten To-dos in der Schweiz

14.10.2026

Was ist bei der Vereinsgründung zu beachten? Wie viele Personen braucht es dazu? Und was gehört in die Statuten eines Vereins? Wir zeigen Ihnen die Grundlagen und geben Empfehlungen für die erfolgreiche Gründung eines Vereins in der Schweiz. Hier sind die sieben wichtigsten Schritte inklusive Checkliste.

In Kürze

 

  • Ein Verein eignet sich, wenn mehrere Personen gemeinsam einen ideellen Zweck verfolgen. Für wirtschaftliche Tätigkeiten sind andere Rechtsformen meist besser geeignet.
  • Für die Vereinsgründung brauchen Sie schriftliche Statuten und eine Gründungsversammlung. Mit der Genehmigung der Statuten entsteht der Verein.
  • Ein klar formulierter Vereinszweck, passende Statuten und engagierte Mitgründer:innen schaffen eine gute Grundlage für die Zusammenarbeit.
  • Prüfen Sie frühzeitig, ob für Ihren Verein Pflichten wie ein Handelsregistereintrag, eine Buchhaltung oder Versicherungen relevant sind.

Mit unserer Checkliste behalten Sie die wichtigsten Voraussetzungen, Dokumente und nächsten Schritte Ihrer Vereinsgründung jederzeit im Blick.

Schritt 1: Prüfen Sie, ob ein Verein die passende Rechtsform ist

Ein Verein ist ein Zusammenschluss von Personen, die gemeinsam einen ideellen Zweck verfolgen. Grundlage für die Gründung sind schriftliche Statuten und eine Gründungsversammlung. Im Mittelpunkt steht ein gemeinsames Interesse oder Engagement.

Geht es hingegen darum, mit einer Geschäftsidee Gewinne zu erwirtschaften oder Vermögen dauerhaft für einen bestimmten Zweck einzusetzen, ist eine andere Rechtsform oft besser geeignet. Welche Rechtsform am besten passt, hängt vom Zweck Ihres Vorhabens ab.

Ein Verein darf zwar Einnahmen erzielen, etwa mit einer Vereinsbeiz oder einem Festbetrieb, solche Tätigkeiten müssen jedoch dem Vereinszweck dienen und dürfen nicht zum eigentlichen Zweck des Vereins werden. Betreibt ein Verein ein kaufmännisch geführtes Gewerbe, kann ein Eintrag ins Handelsregister erforderlich sein.

Quickcheck: Welche Rechtsform passt zu welchem Vorhaben?

Ihr ZielGeeignete Rechtsform
Ihr Ziel
Sie verfolgen gemeinsam einen ideellen Zweck.
Geeignete Rechtsform
Verein
Ihr Ziel
Sie möchten ein Unternehmen mit Gewinnerzielungsabsicht führen.
Geeignete Rechtsform
Einzelfirma, GmbH oder AG
Ihr Ziel
Sie möchten Vermögen dauerhaft für einen bestimmten gemeinnützigen Zweck einsetzen.
Geeignete Rechtsform
Stiftung

Schritt 2: Gewinnen Sie Mitgründer:innen, die den Verein mittragen

Für die Gründung eines Vereins genügen grundsätzlich zwei Personen. Damit aus einer Idee jedoch ein aktiver Verein entsteht, braucht es Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und den Verein mitzugestalten.

Überlegen Sie deshalb früh, wer sich langfristig engagieren möchte. Je nach Grösse und Zweck des Vereins braucht es Personen, die ein Vorstandsamt übernehmen, Veranstaltungen organisieren, die Finanzen verwalten oder bei Projekten mithelfen.

Beziehen Sie diese Personen bereits in die Vorbereitung ein. Gemeinsam können Sie den Vereinszweck schärfen, die Statuten erarbeiten und die Gründungsversammlung planen. Das erleichtert den Start und sorgt dafür, dass wichtige Entscheidungen von Anfang an gemeinsam getragen werden.

Wer übernimmt welche Aufgaben?

Vor der Gründungsversammlung lohnt es sich, die wichtigsten Rollen zu besprechen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Präsident:in: führt den Verein und vertritt ihn nach innen und aussen
  • Aktuar:in: hält Beschlüsse fest und führt Protokolle
  • Kassier:in: verwaltet die Finanzen und behält Einnahmen und Ausgaben im Blick
  • Weitere Vorstandsmitglieder oder Ressortverantwortliche

Nicht jede Funktion muss bereits definitiv besetzt sein. Ein gemeinsames Verständnis der Aufgaben erleichtert jedoch die Zusammenarbeit nach der Gründung.

Schritt 3: Formulieren Sie den Vereinszweck

Der Vereinszweck beschreibt, weshalb der Verein besteht und welche Ziele er verfolgt. Er bildet die Grundlage für die Vereinsarbeit und gehört zu den gesetzlich vorgeschriebenen Bestandteilen der Statuten.

Formulieren Sie den Zweck möglichst klar und verständlich. So erkennen Mitglieder, Behörden und weitere Interessierte auf einen Blick, wofür sich der Verein engagiert. Gleichzeitig dient der Vereinszweck als Orientierung für die Arbeit des Vorstands und für künftige Entscheidungen.

Der Vereinszweck muss nicht jedes einzelne Angebot oder jede geplante Aktivität aufführen. Eine allgemeine Formulierung lässt dem Verein genügend Spielraum, um sich weiterzuentwickeln.

Je nach Ausrichtung kann der Vereinszweck unterschiedlich formuliert werden, zum Beispiel:

  • Förderung des Breitensports in der Region
  • Unterstützung kultureller Aktivitäten und Veranstaltungen
  • Förderung des Austauschs und der Vernetzung von Fachpersonen
  • Unterstützung sozialer oder gemeinnütziger Projekte

Lassen Sie sich bei der Formulierung auch von den Statuten bestehender Vereine inspirieren. Wichtig ist, dass der Zweck zu Ihrem Vorhaben passt und die geplanten Aktivitäten widerspiegelt.

Schritt 4: Wählen Sie einen passenden Vereinsnamen

Der Name prägt den ersten Eindruck Ihres Vereins und begleitet ihn oft über viele Jahre. Wählen Sie deshalb einen Namen, der zum Vereinszweck passt und leicht verständlich ist.

Grundsätzlich haben Sie bei der Namenswahl grosse Freiheit. Der Vereinsname darf jedoch nicht irreführend sein und sollte sich klar von bestehenden Vereinsnamen unterscheiden. So vermeiden Sie Verwechslungen und erleichtern Interessierten die Suche nach Ihrem Verein.

Bevor Sie sich definitiv entscheiden, lohnt sich eine kurze Recherche im Internet. Soll Ihr Verein ins Handelsregister eingetragen werden, können Sie den Namen zusätzlich auf Der Link öffnet sich in einem neuen Fenster Zefix, dem zentralen Firmenindex der Schweiz, prüfen. Dort sind jedoch nur Vereine aufgeführt, die eingetragen werden müssen oder sich freiwillig eintragen lassen haben.

Wenn Ihr Verein öffentlich auftreten soll, prüfen Sie zusätzlich, ob passende Domainnamen und Social-Media-Namen noch verfügbar sind. Das hilft, den Verein später einfacher bekannt zu machen. 

Schritt 5: Erstellen Sie die Vereinsstatuten

Die Statuten bilden die Grundlage für Ihren Verein. Darin halten Sie schriftlich fest, welchen Zweck der Verein verfolgt, wie er organisiert ist und wie wichtige Entscheidungen getroffen werden.

Für die Gründung erstellen Sie zunächst einen Statutenentwurf mit den nachfolgenden gesetzlich vorgeschriebenen Bestandteilen. Als Ausgangspunkt können Sie Der Link öffnet sich in einem neuen Fenster Musterstatuten verwenden und diese an Ihren Verein anpassen.

An der Gründungsversammlung besprechen die Gründungsmitglieder den Entwurf und verabschieden die Statuten. Mit ihrer Annahme werden sie zur verbindlichen Grundlage für die Organisation und Tätigkeit des Vereins.

Das Schweizer Vereinsrecht schreibt einige Mindestinhalte vor. Die Statuten müssen festhalten:

  • Den Willen, einen Verein zu gründen
  • Den Vereinszweck
  • Den Namen und den Sitz des Vereins
  • Die Organe des Vereins
  • Wie der Verein seinen Zweck finanziert, beispielsweise durch Mitgliederbeiträge, Spenden oder Veranstaltungen

Je nach Vereinszweck lohnt es sich, weitere Punkte in den Statuten festzuhalten. Dazu gehören beispielsweise:

  • Die Aufgaben und Kompetenzen der Vereinsversammlung und des Vorstands
  • Die Aufnahme und der Austritt von Mitgliedern
  • Die Höhe und Fälligkeit der Mitgliederbeiträge
  • Die Organisation von Abstimmungen und Wahlen
  • Die Haftung für Schulden des Vereins

Je klarer diese Fragen geregelt sind, desto einfacher lassen sich spätere Entscheidungen treffen.

Praxistipp

Erarbeiten Sie die Statuten gemeinsam mit den künftigen Vorstandsmitgliedern. So lassen sich unterschiedliche Erwartungen früh besprechen und gemeinsam festhalten.

Schritt 6: Handelsregister und weitere Pflichten

Betreibt Ihr geplanter Verein ein kaufmännisch geführtes Gewerbe oder ist er gesetzlich zu einer Revision verpflichtet, ist die Eintragung ins Handelsregister erforderlich.

Eine Revisionspflicht besteht, wenn der Verein in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren mindestens zwei der folgenden Schwellenwerte überschreitet:

  • Bilanzsumme von 10 Millionen Franken
  • Umsatzerlös von 20 Millionen Franken
  • Durchschnittlich 50 Vollzeitstellen

Der Eintrag ins Handelsregister erfolgt am Sitz des Vereins und verpflichtet zur ordentlichen Buchführung.

Ebenso empfiehlt es sich, früh zu prüfen, ob Ihr Verein Versicherungen benötigt, beispielsweise eine Haftpflicht-, Sach- oder Fahrzeugversicherung. Welche Versicherungen sinnvoll sind, hängt von den Aktivitäten Ihres Vereins ab.

Gut zu wissen

Auch wenn Ihr Verein nicht im Handelsregister eingetragen werden muss, lohnt es sich, die Finanzen von Anfang an sauber zu organisieren. Ein Budget, eine übersichtliche Buchhaltung und ein separates Vereinskonto erleichtern die Verwaltung und schaffen Transparenz gegenüber den Mitgliedern. 

Je nach Grösse und Organisation Ihres Vereins kann auch eine Vereinssoftware sinnvoll sein. Sie unterstützt beispielsweise bei der Mitgliederverwaltung, der Kommunikation oder der Buchhaltung.

Schritt 7: Bereiten Sie die Gründungsversammlung vor

Mit der Gründungsversammlung entsteht der Verein. An diesem Termin verabschieden die Gründungsmitglieder die Statuten und wählen die in den Statuten vorgesehenen Organe.

Legen Sie frühzeitig den Termin fest, laden Sie die Gründungsmitglieder ein und stellen Sie die notwendigen Unterlagen zusammen. Dazu gehören insbesondere der Statutenentwurf und eine Traktandenliste. Es empfiehlt sich, beides den Gründungsmitgliedern vor der Versammlung zuzustellen. So können offene Fragen bereits im Voraus geklärt werden und die Gründungsversammlung läuft effizienter.

An der Gründungsversammlung werden in der Regel folgende Punkte behandelt:

  • Beschluss zur Vereinsgründung
  • Genehmigung der Statuten
  • Wahl des Vorstands
  • Wahl der Revisionsstelle, sofern diese erforderlich ist
  • Verteilung weiterer Funktionen, beispielsweise Präsident:in, Aktuar:in oder Kassier:in

Halten Sie die Beschlüsse anschliessend in einem Gründungsprotokoll fest. Dazu gehören unter anderem die Namen der Gründungsmitglieder, die Genehmigung der Statuten sowie die gewählten Personen und ihre Funktionen.

Ihr Verein ist gegründet – was kommt als Nächstes?

Für die Verwaltung von Mitgliederbeiträgen, Spenden und laufenden Ausgaben empfiehlt sich ein separates Vereinskonto. So trennen Sie die Finanzen Ihres Vereins von privaten Konten und behalten die Vereinsfinanzen im Blick.

Für die Eröffnung eines Vereinskontos bei PostFinance benötigen Sie die Vereinsstatuten und das Wahlprotokoll. Für den telefonischen Termin sollten Sie zudem Angaben zum Vereinszweck, zum Verwendungszweck des Kontos und zu den wirtschaftlich Berechtigten bereithalten.

Erfahren Sie, welche Leistungen das Vereinskonto von PostFinance bietet und wie Sie ein Konto eröffnen.

Häufige Fragen zur Vereinsgründung in der Schweiz

  • Für die Gründung eines Vereins genügen grundsätzlich zwei Personen. Damit ein Verein langfristig funktioniert, lohnt es sich jedoch, weitere engagierte Mitglieder früh einzubeziehen. Sie können Aufgaben im Vorstand übernehmen oder den Verein bei Projekten und Veranstaltungen unterstützen.

  • Die Gründung eines Vereins ist in der Regel mit wenig Aufwand verbunden. Kosten entstehen meist erst durch die Organisation des Vereins. Je nach Tätigkeit fallen beispielsweise Ausgaben für die Gründungsversammlung, Versicherungen, ein Vereinskonto oder, falls erforderlich, den Eintrag ins Handelsregister an. Planen Sie diese Ausgaben frühzeitig ein und erstellen Sie bereits vor der Gründungsversammlung ein Budget.

  • Nein. Ein Eintrag ist nur unter bestimmten Voraussetzungen erforderlich, beispielsweise wenn der Verein ein kaufmännisch geführtes Gewerbe betreibt oder gesetzlich zu einer Revision verpflichtet ist. Für die meisten kleineren Vereine besteht keine Eintragungspflicht.

  • Ein separates Vereinskonto ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Es erleichtert jedoch die Verwaltung von Mitgliederbeiträgen, Spenden und weiteren Einnahmen und Ausgaben. Gleichzeitig sorgt es für Transparenz gegenüber den Mitgliedern und vereinfacht die Buchhaltung.

  • Ja. Gemeinnützige Vereine können unter bestimmten Voraussetzungen von der Gewinn- und Kapitalsteuer befreit werden. Dafür muss sich der Verein selbstlos für das Gemeinwohl einsetzen und seine Mittel ausschliesslich für diesen Zweck verwenden. Über die Steuerbefreiung entscheidet die zuständige kantonale Steuerbehörde.

Hinweis: Dieser Beitrag vermittelt die wichtigsten Grundlagen zur Vereinsgründung. Je nach Vorhaben können zusätzliche rechtliche oder steuerliche Fragen entstehen. Lassen Sie sich bei Bedarf von einer Rechts- oder Treuhandfachperson beraten.

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