Strukturierte Produkte zur Ergänzung Ihres Portfolios
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Strukturierte Produkte zur Ergänzung Ihres Portfolios
17.04.2022
Strukturierte Produkte sind spezielle, sehr flexibel gestaltbare Anlageinstrumente. Sie sind in der Lage, jede beliebige Erwartungshaltung an die Marktentwicklungen abzubilden. Sie können auch auf jedes beliebige Risikoprofil eingehen. Einfach gesagt: Wenn Sie Aktien kaufen, machen Sie nur Gewinn, wenn die Kurse steigen. Ein strukturiertes Produkt kann sich auch lohnen, wenn Börsenkurse fallen oder sich seitwärts bewegen.
Grösste Flexibilität dank strukturierter Produkte
Die sogenannten «Strukis» sind Alternativen zu direkten Finanzanlagen wie Aktien oder Obligationen. Ihre Flexibilität entsteht durch die Kombination eines klassischen Finanzprodukts als Basiswert Der Basiswert (auch Underlying genannt) bezeichnet den Wert (z. B. ein Wertpapier, eine Währung, ein Index oder Rohstoff) der einem Derviat wie einer Option, einem Future oder einem Warrant oder aber einem strukturierten Produkt zugrunde liegt. (z. B. Aktien Die Aktie ist ein Wertpapier, mit dem sich Anlegerinnen und Anleger an einem Unternehmen beteiligen können. Unternehmen beschaffen sich durch die Herausgabe von Aktien Eigenkapital. Aktionärinnen und Aktionäre haben Vermögensrechte (z. B. das Recht auf Dividende) und Mitgliedschaftsrechte (z. B. das Recht auf Teilnahme an der Generalversammlung und das Stimmrecht). oder Obligationen Eine Obligation (auch Anleihe oder Englisch Bond) ist ein Wertpapier, das für Anlegerinnen und Anleger einen Zins generiert. Neben dem Recht auf Bezahlung des vereinbarten Zinses haben die Inhaber von Anleihen – die Gläubiger – das Recht auf Rückzahlung ihres Kapitals. Eine Staatsanleihe ist eine Obligation, die von einem Staat herausgegeben wird. Der Staat, z. B. die Schweizerische Eidgenossenschaft, ist also Emittent der Obligation und dementsprechend auch Schuldner.) mit einem Derivat Ein Derivat ist ein Finanzinstrument, dessen Preis von einem Basiswert (z. B. Aktien, Obligationen, Rohstoffe, Edelmetalle oder Währungen) abgeleitet wird. Bei einer Aktienoption zum Beispiel ist die Aktie der Basiswert. Die Kursentwicklung hängt von den Basiswerten (Underlyings) ab. Derivate sind in der Regel volatiler als andere Finanzinstrumente.. So entstehen neue, individuelle Anlagelösungen für unterschiedlichste, auch anspruchsvolle Marktumfelder und -szenarien. Die Schweiz ist übrigens gemessen am Anlagevolumen der weltweit grösste Markt für Strukis.
Die Aussage «Strukturierte Produkte sind riskant», die man oft hört, gilt nicht generell. Tatsache ist: Der Markt an strukturierten Produkten ist so gross, dass es schwierig ist, den Durchblick zu behalten und diejenigen Produkte zu finden, die dem eigenen Risikoprofil entsprechen. Die Risikoklassen des Der Link öffnet sich in einem neuen Fenster Schweizerischen Verbands für Strukturierte Produkte (SVSP) können dabei helfen: Hier werden strukturierte Produkte in sechs verschiedene Risikoklassen eingeteilt, von tief (vergleichbar mit Geldmarktanlagen) bis sehr hoch (vergleichbar mit Optionen Ein Optionsgeschäft ist ein bedingtes Termingeschäft. Der Käufer bekommt gegen Zahlung einer Optionsprämie das Recht, einen bestimmten Wert zu einem bestimmten Preis zu einem späteren Zeitpunkt zu kaufen (Call Option) oder zu verkaufen (Put Option). Der Käufer ist jedoch nicht verpflichtet, diese Option auszuüben.). Angegeben wird das Risiko mit einer Zahl zwischen 1 und 6, auf Basis des VAR (Value at Risk) Value at Risk (VaR) gibt Auskunft über den grösstmöglichen Verlust einer Risikoposition (z. B. Portfolio von Wertpapieren), welcher mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit, während eines bestimmten Zeitraums nicht überschritten wird. Zum Beispiel nimmt der Anleger XY an, dass ein täglicher Verlust von CHF 1‘000.– mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% nicht überschritten wird. Um wie viel grösser der Verlust in den restlichen 5% sein könnte, wird durch den VaR nicht angegeben.:
1 = Tief
2 = Moderat
3 = Mittel
4 = Erhöht
5 = Hoch
6 = Sehr hoch
Die transparente Risikobeurteilung macht es Anlegern einfacher, ihr Risiko gezielt zu steuern. Sogenannte Hebelprodukte z. B. bergen in der Regel ein erhöhtes Risiko und sind deshalb eher für Spekulanten geeignet, wohingegen es Kapitalschutzprodukte gibt, deren Risiko mit dem von Obligationen vergleichbar ist.
Strukturierte Produkte erleichtern Zugang zu neuen Märkten und Transparenz
Strukturierte Produkte erlauben auch den erleichterten Zugang zu Anlageklassen wie beispielsweise Rohstoffe und Immobilien oder aufstrebende Regionen, in die sonst nur institutionelle Anleger investieren können. Und: Sie erlauben es Anlegern, bereits mit kleinen Beiträgen in diese Anlageklassen zu investieren.
Ein weiterer Vorteil ist die Transparenz. Für jede Marktentwicklung, die das strukturierte Produkt abdeckt, ist schon beim Kauf festgelegt, was am Ende der Laufzeit ausbezahlt wird. Der Erfolg ist also von den Bewegungen des Marktes und der Bonität des Emittenten Ein Emittent ist ein Herausgeber von Wertpapieren wie Aktien oder Obligationen. Dies können sowohl Staaten als auch Unternehmen sein, die Kapital beschaffen. abhängig und nicht von der Kompetenz eines Managers. Dafür können die Nebenkosten (Gebühren) im Vergleich zu anderen Finanzprodukten je nach Produktkategorie eher hoch und teilweise intransparent sein. Je nach Produkt fallen die Nebenkosten aber auch günstiger aus als beispielsweise die Gebühren für aktiv verwaltete Fonds.
Bei strukturierten Produkten Bonität des Emittenten beachten
Rechtlich gesehen sind strukturierte Produkte Schuldverschreibungen der Emittenten, also der Herausgeber der Produkte. Diese haften mir ihrem ganzen Vermögen. Die Qualität eines strukturierten Produkts ist darum stark von der Bonität des Herausgebers abhängig. Im Gegensatz zu Fonds sind strukturierte Produkte nicht als Sondervermögen klassifiziert, das rechtlich vom Vermögen des Herausgebers getrennt ist.
Strukturierte Produkte zur Verbreiterung des Portfolios
Betrachten Sie strukturierte Produkte als Ergänzung zu Ihrem Portfolio. Sie sind eine Möglichkeit, die Risiken Ihrer Investitionen breiter zu streuen oder in Ihrem Portfolio spezifische Akzente zu setzen. Nur auf Strukis zu setzen, ist aufgrund des damit verbundenen Risikos nicht empfehlenswert. Informieren Sie sich vertieft über die Qualität des Emittenten und lassen Sie sich auf jeden Fall beraten, wenn Sie als Anleger oder Anlegerin noch wenig Erfahrung mit strukturierten Produkten gesammelt haben.
Tracker-Zertifikate – ein beliebtes Instrument
Tracker-Zertifikate gehören zu den Partizipationsprodukten unter den Strukturierten Produkten und sind wohl die bekannteste und meistverbreitete Produktgruppe dieser Produktkategorie. PostFinance ermöglicht Anlegerinnen und Anlegern mit Tracker-Zertifikaten den Zugang zu ausgewählten Anlagestrategien, unterschiedlichen Märkten, Trends und Anlagethemen.